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Handwerk als Bildungswesen
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Handwerk als Bildungswesen

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr? Falsch. Diese Annahme ist durch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse überholt und stammt noch aus der Zeit, als Eltern ihren Kindern empfahlen, als Schuster bei ihren Leisten zu bleiben. In Zeiten der Globalisierung und des damit verbundenen Wandels scheint es wichtig, dem einzelnen Menschen ein Bewusstsein nicht nur für seine Bildungspflicht und Bildungswilligkeit, sondern auch für seine individuelle Bildungsmöglichkeit zu vermitteln. Ihm ein Gefühl dafür zu geben, dass Chancen niemals gänzlich verpasst, Möglichkeiten nicht für alle Zeiten vereitelt sind. Lebenslanges Fakten- und Rollenlernen wird allen Menschen zugeschrieben und abverlangt. Bis zum Tode. Heute weiß man, Säuglinge können zwar weder Artikel über Quantenphysik noch einen Aufsatz über Werkstoffkunde schreiben, dafür aber sind sie die wahren Meister des ganzheitlichen Lernens, denn sie eignen sich in rasendem Tempo Sprache, Bewusstsein und die ganze Welt an! Entwicklungspsychologen wissen: Die so genannte Hochzeit des Lernens sind tatsächlich die frühen Kinderjahre. Irgendwann im frühen Jugendalter wird tatsächlich der Zeitpunkt verortet, an dem die Intelligenzentwicklung abgeschlossen sei. Und dann geht es los! Mit dieser Intelligenz nämlich, die im übrigen nicht nur auf geistigem Gebiet angesiedelt sondern breit gefächert ist, wird nun Faktenwissen gelernt, miteinander verknüpft, ausgebaut und erneuert.

Handwerk als Bildungswesen: Das Schulsystem müsste Umstrukturiert werden

Das Bildungswesen strukturiert sich hauptsächlich durch die Bereiche Kinderbetreuung (Wer hätte das gedacht: Bereits Kindertageseinrichtungen verfügen über einen eigenständigen Bildungsauftrag!), Schule und angrenzende Bereiche, Hochschulausbildung und persönliche Weiterbildung. Das Handwerk ist aus dem Bildungswesen nicht wegzudenken, hat es doch im Bereich beruflicher Bildung seinen festen Platz. So genannte primäre Sozialisation findet im Elternhaus statt, dort bildet das Kind seine Persönlichkeit im Rollenlernen, im Verhalten usw. So genannte sekundäre Sozialisation ereignet sich in Schule und Ausbildung. Hier kommt dem Betrieb eine wichtige Aufgabe zu, denn im Rahmen beruflicher Sozialisation nimmt er seinen Auftrag zu Bildung und Erziehung Auszubildender wahr. Über den Weg der Qualifizierung erhalten Auszubildende spezifisches Faktenwissen und Praxiserfahrung, sie erfahren sich als Mitarbeiter ihres Betriebes und wachsen allmählich in ihre Berufsrolle hinein. Sie lernen, was von ihnen erwartet wird, erwartet werden muss. Erfahren etwas über mögliche Weiterentwicklung sowie individuelle Wege dorthin. Das Bildungswesen bietet hier neben dem Berufslernen zahlreiche betriebliche, außerbetriebliche und schulische Möglichkeiten an.

Handwerk als Bildungswesen: Es gibt zunehmend weniger Ausbildungsstellen und Lehrer

Das Handwerk qualifiziert über den Weg betrieblicher Ausbildung nicht nur für den Beruf, sondern schafft generell die Grundlage für richtiges Berufshandeln, sozial erwünschtes Verhalten in Beruf und Gesellschaft, Verhalten auch als Kunde und Verbraucher. Arbeitet gemeinsam mit den Auszubildenden und den innerbetrieblichen Organen sowie der Schule einerseits an der Integration des Einzelnen ins Erwerbsleben und die Gesellschaft, andererseits an Lebenschancen zu allgemeinem Aufstieg. Studium statt Ausbildung. Es gibt verschiedene Studiengänge, z.B. den Studiengang Astrologie.